Ich hatte den Termin verschwitzt und musste müde und unrasiert antreten. - Bitte klicken Sie auf die Bilder um einen vielleicht gerade noch lesbaren Text zu erhalten. Den Artikel über V. Goebel bilde ich aber weiter unten für Sie als Text ab.
Stand der Dinge : Mittwoch, 10 September 2008, 12:41 Uhr, von Volker Goebel
Sie treten als parteiloser Einzelkandidat an, hatten aber schon 2 Parteibücher. Wo ist Ihre politische Heimat?
Volker Goebel: Ich bin zuallererst Weltbürger mit internationalen Erfahrungen, zugleich ein typischer Ingenieur: Wir entwickeln Verfahren, ziehen Vergleiche und arbeiten notwendigerweise immer in einem politischen Umfeld. Als Ingenieur bin ich einer Aufgabe verhaftet und nicht dogmatisch an eine Partei oder Doktrin gebunden. Aus dieser Situation heraus gelingt es mir immer wieder, auf alle Parteien zuzugehen, hier in Schwerin auf wirklich alle Fraktionen, auf Ex-Politiker, aktive Politiker, künftige Politiker, auf Vereine und Institutionen, auf jung und alt.
Was interessiert Sie denn an der Politik?
Ich habe mich schon als Jugendlicher für politische Fragen interessiert. Während meines städtebaulichen Studiums in Dortmund habe ich viele inhaltliche Schnittmengen mit Bündnis 90/Die Grünen gesehen, etwa im Hinblick auf einen sorgsamen Umgang mit den natürlichen Ressourcen, mit Wasser und Energie. Deswegen bin ich vor Jahren in meiner alten Ex-Heimatstadt Hagen, in Westfalen, der Partei beigetreten, habe viele Jahre aktiv an mich interessierenden Themen mitgearbeitet.
Welche sind das?
Mein Thema ist die Stadt, ihre Entwicklung und ihre Pflege. Und wenn ich jetzt auf Schwerin schaue - ich kenne und liebe die Stadt der sieben Seen nun seit mehr als 18 Jahren- , brauche ich nur vor die Haustür zu gehen, um auf ganz konkrete Probleme zu stoßen: Ich blicke auf verschmutzten Lichtstelen, beklebte Laternenpfähle oder Fallrohre, auf mit Graffiti verschmierte Hausfassaden. Das stört nicht nur mein ästhetisches Empfinden. Schmutz schmälert das Ansehen unserer Stadt und behindert ihre positive Entwicklung, hält Touristen und Investoren ab.
Sind Sauberkeit und Ordnung im Stadtbild Ihr Wahlkampf-Thema?
Ja, als ein wichtiger Punkt. Die Finanzierung der Innenstadtreinigung hängt auch vom politischen Willen ab. Wir stehen vor einer Haushaltssituation, in der Prioritätensetzung notwendig ist. Da ich die Reinigung der Innenstadt für notwendig halte, möchte ich ein stabiles, robustes Mandat für diese Aufgabe bekommen. Wir reden hier über einen Betrag von etwa 150.000 Euro, den man braucht, um das Sauberkeits- und Graffiti-Problem sichtbar zurückzudrängen, um die Bodenbeläge in der Fußgängerzone zu reinigen, um die öffentlichen Stromschaltkästen zu säubern.
Haben Sie weitere Themen?
So wichtig der Tourismus ist, so wenig sollten wir uns nur auf diesen Sektor beschränken. Die Stadt braucht produzierendes Gewerbe und eine Politik, welche die Arbeitsmarktsituation mit neuen Exportprodukten „Made in Schwerin“ verbessert. Da können wir uns an Positivbeispielen im Ostseeraum orientieren, wo es den Skandinaviern immer wieder gelingt, mit Marken den Markt in Europa und auf der Welt zu erobern. Ich denke etwa an Husqvarna mit innovativen Rasenmähern, Nokia mit Funktelefonen, auch Ikea ist allen bekannt. So wie Nordex mit Windkraft an der windreichen Küste gewachsen ist, müssen wir in Schwerin die Gegebenheiten des Wassers nutzen und z.B. Schwimmpontons herstellen.
Geht es konkreter?
Im Wahlkampf habe ich zum Beispiel schon meinen Vorschlag zur Produktion von modernen Schwimmsteg-Ponton-Elementen öffentlich gemacht. Dazu habe ich drei verschiedene Postkarten in einer Auflage von jeweils 5000 Stück in der Stadt persönlich und in Briefkästen verteilt, auf Veranstaltungen, in Gesprächen. Ich möchte den Menschen damit Lust auf die BUGA machen, sie zugleich zum Nachdenken über die Idee des Gehens über Wasser bringen. Für dieses Jesus-Projekt - so nenne ich es - werbe ich, weil da innovative technische Ideen drinstecken. Anknüpfungspunkt ist die BUGA, in deren Zusammenhang wir einen Steg ohnehin bekommen. Das Thema ist damit aber nicht vorbei, sondern kommt erst dadurch ins Bewusstsein. Ich habe über die damit zusammenhängenden Arbeitsmarktchancen auch schon im politischen Bereich auf Landesebene diskutiert, etwa mit dem Wirtschaftsministerium. Auch die CDU-Fraktion war damit schon befasst.
Welches Verhältnis haben Sie zu CDU?
Als ich vor rund zwei Jahren fest nach Schwerin zog, habe ich die handelnden Personen der Schweriner Grünen als dogmatisch und verhärtet wahrgenommen, ganz im Gegensatz zu meiner Geburtsstadt Hagen. Demgegenüber sind mir in der städtischen CDU sehr aufgeschlossene Menschen aufgefallen, ich denke etwa an den Kreisvorsitzenden Tanneberger oder die drei letzten Stadtpräsidenten Jäger, Lange und Nolte. Deswegen wechselte ich zur CDU, habe diese aber wieder verlassen, um als Einzelkandidat für das OB-Amt antreten zu können. Auch mit der Wählergemeinschaft Unabhängige Bürger oder mit Frau Gramkow von der Linkspartei, aber besonders mit Herrn Dr. Timm hatte ich schon gute Gespräche.
Haben Sie eine Leitlinie?
Mit geht es nicht um eine bestimmte Linie. - Auf Kommunalebene sollte das Parteibuch keine Rolle spielen, es geht um die sachorientierte Lösung der anstehenden Probleme. Ich bin ein willensstarker, kompetenter und arbeitsfreudiger Mensch und bereit, mich mit meiner Kompetenz und Kommunikationsfähigkeit zum Wohle Schwerins und seiner Bürger zu engagieren.
Gespräch: HdeB


